Verfahrensbeschreibung und Prozessführung

Projekt ATMA I (Stmk. Österreich)

Als Rohstoffe für die Gasproduktion werden verarbeitet:

Speisereste ca. 1.500 ton (10-15 % TS)
Gülle ca. 3.000 ton (3 % TS)
Industrieabfälle ca.500 ton (3-85 % TS)
Grünschnitt ca. 1.000 ton (70 % TS)
Maissilage ca. 1.000 ton (70 % TS)
Öle ca. 1.000 ton (1 % TS)
Summe ca. 7.040 ton (3 % TS)










Die Substanzen werden in einer dafür ausgerichteten Übernahmehalle übernommen und zerkleinert.

Anschließend werden sie mittels Förderschnecke zur Hygienisation befördert. Die Hygienisation besteht aus zwei Behältern mit jeweils 5 m³ Inhalt. Die Behälter sind mit Rührwerken ausgestattet, um die Speisereste gleichmäßig erhitzen zu können, ohne lokale Verbrennungen des Substrats zu erzielen. Erhitzt werden die Speisereste auf 75°C (jedoch wird die Anlage variabel gebaut, so dass bei Gesetzesänderungen auch eine Erhitzung von 90°C möglich ist).

Nach der Hygienisierung werden die Speisereste in das Hydrolysebecken gepumpt. Von dort werden sie teilweise an fremde Anlagen ausgeliefert oder in den Vorfermenter, der eigenen Anlage gefördert.

Grünschnitte, Industrieabfälle und Maissilagen werden zuerst zerkleinert und dann direkt in den Vorfermenter gefördert. Die Gülle und der Klärschlamm werden von den Lagerbehältern ebenfalls direkt in den Vorfermenter gepumpt.

Im Vorfermenter (150m³) werden die Substanzen miteinander vermischt. Dabei ist darauf zu achten, dass man immer die gleiche Konsistenz anstrebt. Im Vorfermenter wird das Substrat auf 50°C erhitzt (termophiler Bereich). Der Sauerstoff wird durch aerobe Bakterien verbraucht und der anaerobe Prozess beginnt.
Aus dem Vorfermenter wird täglich Substrat entzogen, jedoch kommt auch täglich neues Substrat dazu. Er dient als Puffer vor dem Hauptfermenter, Schwankungen in der Konsistenz und im biologischen Prozess können leichter reguliert werden als im Hauptfermenter. Die Verweilzeit beträgt ca. 4 Tage.

Über die Pumpstation gelangt das Substrat danach in den Hauptfermenter. Ein Hauptfermenter wird über einen Zeitraum von 10 Tagen beschickt, während der Beschickung beginnt eine langsame Gasproduktion, die bis zum Ende annähernd ihr Maximum erreicht. Der Fermentationsprozess dauert ca. 15 Tage. In dieser Zeit wird das Substrat zu 95 % ausgegast. Während der Fermentation wird das Substrat mittels Pumpen und Mixer homogenisiert. Danach wird das Substrat ca. 5 Tage sitzen gelassen, das ist die sogenannte Sedimentationsphase. In dieser Phase sedimentieren Schwebestoffe zu Schwebeschichten und Biomasse zu Sinkschichten. Dazwischen befindet sich Wasser.

Bei der Entleerung des Fermenters wird zuerst das Wasser, in den Vorratsbehälter für die Klärung, abgepumpt. Danach wird, mittels Förderschnecke, die Sinkschichten aus dem Fermenter in die Nachfermenter (oder Trockenfermenter) gefördert. Während der eine Fermenter sedimentiert und entleert wird, produziert der zweite Fermenter Gas.

In den Nachfermentern wird das Produkt nachgetrocknet und dabei erfolgt auch die restliche Ausgasung. Das Produkt soll hier eine TS von 80 – 87 % bekommen.
Kainz

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